Albrecht Graf von Bernstorff wurde am 6. März 1890 in Berlin geboren und am 23. oder 24. April 1945 fand er hier auch seinen Tod. Er entstammt dem mecklenburgischen Uradel. Aus dem Adelsgeschlecht derer von Bernstorff gingen etliche bedeutende Staatsmänner und Diplomaten hervor, so beispielsweise Johann Hartwig Ernst von Bernstorff, welcher im 18. Jahrhundert in Dänemark als Staatsmann die Aufklärung entschieden gefördert hatte. Sein Großvater, Albrecht von Bernstorff (1809 -1873) war preußischer Außenminister. Sein Vater Andres Graf von Bernstorff (1844 – 1907) stand ebenfalls im preußischen Staatsdienst.
1909 erhielt Bernstorff die Nachricht, den Zuschlag für ein Rhodes-Stipendium bekommen zu haben. Er brach seine landwirtschaftliche Ausbildung ab und immatrikulierte sich am 8. Oktober 1909 als Student der Volkswirtschaftslehre am Trinity College. Dort knüpfte er zahlreiche Kontakte, etwa zu dem Briten Mark Neven du Mont, und festigte seine liberale Grundeinstellung. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland absolvierte er den Militärdienst, aus welchem er allerdings aufgrund seines akuten Heuschnupfens vorzeitig entlassen wurde. Anschließend studierte er bis 1914 Rechtswissenschaften in Kiel. Dem am 1. August 1914 ausbrechendem 1. Weltkrieg stand er eher negativ gegenüber. Ab 1915 trat er verschiedene Stellen an Botschaften im Ausland an. Über Wien führte es ihn nach Berlin und Koblenz. Ab 1922 war er bis 1933 Diplomat in London. Nachdem Hitler die Macht in Deutschland übernommen hatte, schämte sich von Bernstorff nunmehr Deutscher zu sein. Er stand dem Nationalsozialismus von Anfang an mit großer Ablehnung gegenüber, weswegen er auch von seinem Posten in der Botschaft in London abberufen wurde. Während des Nationalsozialismus nahm er eine aktive Rolle im Widerstand ein. Er half verfolgten Juden und war Mitglied einer bürgerlich-liberalen Widerstandsgruppe, des Solf-Kreises. 1943 wurde er verhaftet und wurde unter anderem ins KZ Ravensbrück inhaftiert. Ende 1944 wurde er verlegt und kam in ein Gefängnis in Berlin Moabit, in welchem er täglich gefoltert und verhört wurde, und 1945 schließlich von der SS ermordet.