Richard Karl Freiherr von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Er ist das vierte Kind des Diplomaten Ernst von Weizsäcker und seiner Ehefrau Marianne. Die diplomatische Tätigkeit des Vaters führte die Familie nach Basel, Kopenhagen, Oslo, Bern und Berlin. Im Jahre 1937 legte Weizsäcker im Alter von 17 Jahren das Abitur am Bismarck-Gymnasium in Berlin ab. In der Hitlerjugend war er Fähnleinführer. Er besuchte Vorlesungen in Geschichte und Philosophie in Oxford und Grenoble. Richard von Weizsäcker wurde im Jahre 1938 zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Nach einer Verwundung im Sommer 1941 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er wurde Adjutant des Regimentskommissars. Im Jahre 1945 nahm er in Göttingen ein Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte auf. Im Jahre 1950 absolvierte er das erste und 1953 das zweite Staatsexamen. Er promovierte im Jahre 1955. Aus seiner Ehe mit Marianne von Kretschmann, die er 1953 heiratete, gingen vier Kinder hervor. Seit 1955 ist er Mitglied der CDU. Er war in der Rechtsabteilung von Mannesmann, im Bankhaus Waldthausen und bei Boehringer Ingelheim tätig. Bereits im Jahre 1968 wurde er von Helmut Kohl für eine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen, unterlag jedoch in der Kampfabstimmung im Auswahlausschluss.
Im Jahre 1981 wurde Richard von Weizsäcker Regierender Bürgermeister von Berlin. Im November 1983 kandidierte er erneut für das Amt des Bundespräsidenten. Am 23. Mai 1984 wurde er zum sechsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Er trat die Nachfolge von Karl Carstens an. In seinem Amt wurde Weizsäcker bei der Wahl des Bundespräsidenten am 23. Mai 1989 bestätigt. Weizsäcker war bei der Wahl der einzige Bewerber. Im Jahre 1995 wurde Roman Herzog der Nachfolger von Richard von Weizsäcker als Bundespräsident.
Richard von Weizsäcker ist gesellschaftlich engagiert und genießt internationale Anerkennung. Er erhielt viele nationale und internationale Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz.