Der Politiker Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk

Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk

Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk

Johann Ludwig (Lutz) Graf Schwerin von Krosigk wurde am 22. August 1887 in Rathmannsdorf (Anhalt) als Johann Ludwig von Krosigk geboren. Er war das siebte Kind von Erich von Krosigk und das zweite Kind von dessen zweiter Ehefrau Luise Gräfin von Schwerin. An der Klosterschule Roßleben absolvierte Krosigk das Abitur und studierte von 1905 bis 1909 in Halle (Saale), Lausanne und Oxford Rechts- und Staatswissenschaften. Sein Studium beendete er mit dem Referendarexamen. Von 1914 bis 1918 nahm Krosigk als Reserveoffizier am Ersten Weltkrieg teil. Zum Ende des Ersten Weltkrieges war er Oberleutnant. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Von 1920 an war Krosigk als Assessor beim Landratsamt in Hindenburg/Oberschlesien tätig. Kurze Zeit später wechselte er zum Reichsfinanzministerium nach Berlin, wo er Regierungsrat war. 1922 wurde er zum Oberregierungsrat, 1924 zum Ministerialrat und 1929 zum Ministerialdirektor ernannt. Krosigks Onkel, Alfred Graf von Schwerin, adoptierte Krosigk im Jahre 1925. Seitdem führte Krosigk den Namen Graf Schwerin von Krosigk. Krosigk war seit 1918 mit Ehrengard Freiin von Plettenburg verheiratet und hatte mit ihr vier Söhne und fünf Töchter.

Reichskanzler Franz von Papen ernannte Krosigk im Jahre 1932 zum Reichsminister für Finanzen. Dieses Amt übte Krosigk auch unter Kurt von Schleicher und Adolf Hitler aus. Seit 1937 war Krosigk Mitglied der NSDAP. Er wurde von Hitler mit dem Goldenen Parteiabzeichen ehrenhalber ausgezeichnet. Nachdem Hitler im Mai 1945 Suizid beging, wurde Krosigk Leitender Minister der Geschäftsführenden Reichsregierung. Unter Reichspräsident Karl Dönitz war er letzter Reichsaußenminister.

Am 07. Mai 1945 verkündete Krosigk die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Er wurde am 23. Mai 1945 mit der geschäftsführenden Regierung verhaftet. Im April 1949 wurde er zu 10 Jahren Haft verurteilt, wurde jedoch aufgrund einer Amnestie im Januar 1951 aus der Haft entlassen. Anschließend war er als Publizist tätig. Er starb am 04. März 1977 in Essen.